Wie gesund ist Kuhmilch?

 

Dr. med. Petra Bracht - „Gesund - Natürlich“

Wie gesund ist Kuhmilch?

Viele glauben Milch sei bestens für unsere Gesunderhaltung geeignet. Nur wenige fragen sich ob es schädlich sein könnte, wenn erwachsene Menschen Säuglingsnahrung zu sich nehmen, deren Zusammensetzung auf das Kalb optimiert ist.

 

Immer mehr Ärzte aber sehen das Thema Milch zunehmend kritisch und diskutieren Zusammenhänge zu Zivilisationserkrankungen wie Adipositas, Altersdiabetes, Prostata- und Brustkrebs sowie Demenzerkrankungen.

 

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu diesen bedrohlichen Zusammenhängen mehren sich. Prof. B.C. Melnik vom Fachbereich Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie der Universität Osnabrück, hat eindrucksvoll dargelegt, wie die Milch in den Körperzellen des Milchempfängers - natürlicher Weise des Neugeborenen -den Zentralschalter des Wachstums, den Enzymkomplex mTORC1, aktiviert.

 

Die Milch transportiert alle notwendigen Signale zur Stimulierung der Zellteilung. Von besonderer Bedeutung für die mTORC1- Aktvierung sind essentielle Aminosäuren, die im Milcheiweiß in hochkonzentrierter Form enthalten sind, die zusätzlich zur Ausschüttung von weiteren Wachstumshormonen - Insulin und IGF-1 - führen.

 

Die Milch verfügt aber über eine zweite, hochbrisante Signalebene, die vermutlich einem virusartigen Mechanismus entspricht. Hierbei handelt es sich um die Übertragung von genetischem Material durch Mikro-Ribonukleinsäuren (Mikro-RNS), die in Form virusartiger Partikel dem Milchempfänger zugeführt werden.

 

Mikro-RNS ist ein archaisches genetisches Steuerungselement aller Säugetiere, das gezielt die Bildung von „bremsenden“ Eiweiß- molekülen abschaltet, was eine weitere Wachstumsbeschleunigung zur Folge hat.

 

In der Wachstumszeit nach der Geburt sind diese Wachstumsbeschleuniger nötig und wünschenswert. Bedenklich ist jedoch deren Daueranwendung wenn Menschen ausgewachsen sind. Denn beide Mechanismen begünstigen die Entwicklung mTORC1-abhängiger Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht (übermäßige Stimulation der Fettzellen), Diabetes (Überaktvierung der Insulin-bildenden Inselzellen der Bauchspeicheldrüse), Krebs (Überstimulierung mTORC1-abhängigen Wachstums von Krebszellen), Demenz (Vermehrte Aktivierung der Proteinbiosynthese in Nervenzellen) und Akne (Überstimulation der Talgdrüsen).

 

Für mich als Ärztin steht fest, dass wir den ausschweifenden Kuhmilchkonsum viel kritischer hinterfragen sollten. Das zeigen auch meine Erfahrungen mit vielen Patienten, die absichtlich hohe Mengen an Kuhmilchprodukten – Milch, Käse, Joghurt, Quark – zu sich nahmen um ihrer Gesundheit Gutes zu tun. Wenn deren teilweise schweren Erkrankungen in die Heilung übergingen hatte das sehr oft etwas mit der Minderung des Kuhmilchanteils in der Nahrung zu tun.

 

Menschen reagieren unterschiedlich auf die wachstumsbeschleunigenden Mechanismen der Milch. Spätestens aber bei obigen Krankheiten sollten Sie ausschließen, dass dies „die Milch macht“.

Ihre Dr. Petra Bracht

 

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